Gesundheitsrisiken durch gefährliche Stoffe minimieren und gleichzeitig den Brandschutz gewährleisten bedeutet für Gebäudebetreiber, Planer, Anlagenbauer und Instandhaltungsfirmen eine besondere rechtliche und moralische Verantwortung.
Die GefStoffV stellt ein zentrales Instrument im deutschen Arbeitsschutz dar, um Gesundheitsrisiken durch gefährliche Stoffe systematisch zu minimieren und die Sicherheit der Beschäftigten zu gewährleisten. Die Richtlinie VDI 6202 Blatt 3.1 führt Sie von der Erkennung des Gefahrstoffes Asbest in Brandschutzklappen über notwendige Sicherheitsmaßnahmen bis hin zur Gewährleistung des Brandschutzes durch sachgerechte Instandhaltung.
Häufig gestellte Fragen zu asbesthaltigen Brandschutzklappen
Eine eindeutige Zuordnung kann anhand von Bauunterlagen, Einbaujahren oder Materialuntersuchungen erfolgen. Brandschutzklappen mit CE-Kennzeichnung oder allgemeiner bauaufsichtlicher Zulassung der Reihe Z-41.3 sind asbestfrei. Brandschutzklappen mit einer PA-X-Nummer oder aus früheren Verwendungszeiträumen müssen genauer untersucht werden.
Ein Gesundheitsrisiko entsteht, wenn Asbestfasern freigesetzt werden und in das Lüftungssystem oder den Arbeitsbereich gelangen. Davon können sowohl Gebäudenutzer als auch Personen betroffen sein, die Brandschutzklappen inspizieren, prüfen oder instand halten. Eine mögliche Faserfreisetzung kann bereits beim Öffnen eines Revisionsdeckels nicht ausgeschlossen werden.
Nach dem Befund wird die Brandschutzklappe individuell erfasst und die Dringlichkeit einer Sanierung bewertet. Dabei werden die Zustände der asbesthaltigen Bauteile betrachtet. Die schlechteste Bewertung eines Bauteils ist für die Gesamteinstufung maßgeblich. Die Bewertung wird durch einen Schadstoffgutachter vorgenommen und bezieht sich ausschließlich auf Asbest, nicht auf die bau- oder brandschutztechnische Beschaffenheit.
Arbeiten an asbesthaltigen Brandschutzklappen unterliegen einer Anzeige- und Sachkundepflicht. Vor Beginn muss der Arbeitgeber eine Gefährdungsbeurteilung erstellen und die notwendigen Sicherheits- und Schutzmaßnahmen festlegen. Dabei sind die Anforderungen der Gefahrstoffverordnung und der TRGS 519 zu berücksichtigen.
Die Vorgehensweise hängt von der festgestellten Sanierungsdringlichkeit ab. Bei Dringlichkeitsstufe I darf das Klappenblatt nicht ausgelöst werden. Bei den Dringlichkeitsstufen II und III sind emissionsarme oder projektspezifisch angepasste Prüfverfahren zulässig. Da beim Auslösen Asbestfasern freigesetzt werden können, sind entsprechende Schutzmaßnahmen erforderlich.
Nein. Eine dauerhafte Stilllegung ist nicht zulässig, weil damit das Ende der vorgesehenen Nutzungsdauer erreicht wird. Die Brandschutzklappe muss fachgerecht ausgebaut und ersetzt werden. Anschließend ist der erforderliche Brandschutz wiederherzustellen.